Galloways aus dem Lichtengrund » Galloways machen Spass

Galloways machen sinnvoll Spass

Galloways stammen ursprünglich aus dem Südwesten Schottlands und haben als eine der ältesten Rinderrassen der Welt  1973 Ihren Weg nach Deutschland gefunden. Es sind hornlose Rinder im kleinen bis mittleren Rahmen, die sich für die ganzjährige Freilandhaltung sehr gut eignen. Aufgrund ihrer Fellstruktur (langes, lockiges Deckhaar und feines, dichtes Unterhaar), ihrer vergleichsweise dicken Haut und einem sparsamen Stoffwechsel können sie fast jedem Wetter trotzen. Selbst bei kargem Nährstoffangebot zeigen sie eine kaum zu übertreffende Futterverwertung,  sind fruchtbar und ziehen vitale, frohwüchsige Kälber bis ins hohe Alter auf. So die offizielle Version…


Warum ausgerechnet Galloways züchten (die inoffizielle Version eines begeisterten Hobbyzüchters!)?

  • sie eignen sich bestens als Landschaftspfleger (machen wenig Trittschäden, fressen von Gras und Kräutern bis Disteln, Binsen, Brennnesseln all das was von den meisten anderen Rassen verschmäht wird, natürlich haben auch sie ihre Vorlieben… )
  • sind durchaus geländegängig, besiedeln vom Flachland bis in schräge Hanglagen alles in oftmals Bergsteigermanier
  • eignen sich zum Nachweiden von Pferdeweiden und können auch gut in Kombination mit den Einhufern gehalten werden. Wobei gewöhnlich die Pferde die Rinder „im Griff“ behalten.
  • ihre Hornlosigkeit und Friedfertigkeit erleichtert den Umgang mit diesen Mutterkühen sehr. Man läuft wenigstens keine Gefahr bei, durchaus „nett“ gemeinten Annäherungsversuchen, an der Hornspitze einige cm über dem Boden zu baumeln….
  • sie kalben gewöhnlich ohne Geburtshilfe, zeigen gute Muttereigenschaften und verpflegen ihr Kalb bis zum Absetzen mit allem was dazu gehört. Das sollte auch jedem Fremden klar sein, der meint er müsste die Wiese unerlaubterweise, aus welchen Gründen auch immer, betreten. Wildschweine, Hunde, die nicht zur Familie gehören etc. werden ebenfalls des Weges verwiesen.
  • Die Zeit der Abkalbungen ist immer wieder spannend. Geht alles gut, Männlein oder Weiblein im Anmarsch, welche Farbe… hoffentlich gesund! Einige Tiere sondern sich zum Kalben von der Herde ab, andere gehen ganz offiziell in den Stall zu den anderen. Manche Stunden vorher, andere marschieren direkt vom Futterplatz um die Ecke und gebären „mal eben“… Gern, manchmal sehr zum Leidwesen der Besitzer, wird die Stille der Nacht für das wichtige Ereignis abgewartet. Die Nachgeburt wird so manches Mal, aus Sicherheitsgründen, sofort über den Schlund entsorgt… zwar ein ausgeprägter Naturinstinkt, aber für unseren Geschmack eben doch nicht so lecker…..
  • es macht Freude die Herde als große Familie zu beobachten, in der jedes Tier seinen festen Platz hat, die Arbeit geteilt wird (z.B. wechselnde Aufsicht über den „Kindergarten“  während die übrigen sich auf die Futtersuche machen, Verteidigung der Herde durch die Stärksten der Gemeinschaft bei drohender Gefahr etc.) Manchmal kann man auch einen schlechtgelaunten männlichen Erziehungsberechtigten in die Pflicht genommen sehen, der auf die Rasselbande aufpassen muss..  Echte Arbeitsteilung mit allerdings strenger Hierarchie, in der jedes Tier seinen festen Platz innerhalb der Herde besitzt. Natürlich wird die Rangordnung von Zeit zu Zeit neu geordnet und dabei gehen die Herrschaften nicht unbedingt zimperlich miteinander um…..
  • sie bringen bei naturnaher Haltung (d.h. bei guter Grundfutterlage auch ohne Zufütterung von Mastfuttermitteln) eine gute Fleischleistung von bester Qualität. Das Fleisch zeichnet sich durch ein einzigartiges Aroma aus, hat eine ausgewogene Marmorierung und einen hohen Anteil an gesunden ungesättigten Fettsäuren. Da macht das Kochen wieder Spaß in Zeiten der Gammelfleischskandale und ist auch noch gesund!
  • Auf die oft gestellt Frage “Warum tust du dir das an, bei Wind und Wetter und du könntest doch auch auf dem Sofa sitzen und warum ausgerechnet Galloways ?“, kann ich keine klare Antwort geben… aber das Virus der schönsten Rinderrasse der Welt sitzt! Wahrscheinlich ist es eine Kombination der oben genannten Punkt dieser „Doch-noch-etwas-Wildtiere“, die mich fasziniert. Durch ihre Existenz habe ich immer frischen Wind um die Nase, das hält gesund,  und kann den Stress des täglichen Lebens auf „natürliche“ Weise abbauen….Sie glauben gar nicht, wie beruhigend der Anblick von grasenden Galloways sein kann…! Und: sie widersprechen in den seltensten Fällen…


Wer sich nach all diesen positiv beschriebenen Eigenschaften jedoch sofort eine Kuh in den Garten stellen möchte um  vielleicht den leicht verklärten Gedanken der Autorin zu folgen, sollte bedenken:


Pflege und Verantwortung wollen auch für diese Rinder übernommen werden, auch wenn man sie nicht melken muss und sie sowieso fast alles allein machen…Herdenkontakt ist unabdingbar, wenn man im Herbst bei „Almabtrieb“ nicht nur ihre hocherhobene Schwänze in der Ferne sehen möchte… Einen gewissen Respekt „darf“ sowohl der Bulle als auch die Leitkuh vor uns haben, antiautoritäre Erziehung funktioniert auch bei Puschelways nicht immer…


Bei aller Genügsamkeit sind auch diese Tiere mit Arbeit verbunden… kommen selten „leinengängig“ auf die Welt und geben ihr Blut dem Tierarzt für die alljährlichen Blutproben nicht unbedingt freiwillig ins Röhrchen…. Soll heißen, vor dem Kauf der ersten Kuh bitte einmal die Seite des BDG  (Bundesverband Deutscher Gallowayzüchter e.V./ www.galloway-deutschland.de ) aufsuchen. Dort sind Züchter auch in Ihrer Nähe verzeichnet, die sicherlich gern Auskunft geben, ihre Herde zeigen und mit Tipps zur Seite stehen!